|
|
|
| Humanitäre Hilfe: Sri Lanka I |
Tsunamihilfe für Sri Lanka
|
|
Versalzene Brunnen wieder zu Trinkwasserquellen verwandeln und Ziegen als Einkommensquelle
|
Am zweiten Weihnachtsfeiertag 2004 löst das Seebeben im Indischen Ozean mit einer Stärke von 9,3 auf der Richterskala einen Tsunami aus und fordert insgesamt 230.000 Opfer in Indonesien, Thailand, Indien und Sri Lanka. Über 110.000 Menschen werden verletzt, ca. 1,7 Millionen werden obdachlos.
Überall auf der Welt gehört sauberes Wasser zu den Überlebensgrundlagen. Nach dem der Tsunami durch die gewaltige Flutwelle die Brunnen an der Küste Sri Lankas versalzen hatte und jede Menge Unrat das Wasser kontaminierte, war schnelle Hilfe nötig. Wenige Tage nach der Katastrophe begann arche noVa e.V. mit Hilfe freiwilliger Dresdner Wasseringenieure 15 lokale Teams auszubilden und mit der Brunnenreinigung in den zerstörten Gebieten zu beginnen. 3.000 zerstörte oder unbrauchbar gemachte Brunnen konnten die lokalen Brunnenteams reinigen oder reparieren. Der Bedarf an neuen Brunnen war ebenso enorm und damit die Geburtsstunde der roten Pumpe. Mit einem speziell den lokalen Gegebenheiten angepassten Brunneneinspülverfahren konnten ca. 4.000 Familien eine neue Trinkwasserquelle schaffen.
Wie nötig der Einsatz für Brunnen und sauberes Wasser ist, verdeutlicht ein Besuch der arche noVa e.V. Mitarbeiterin Sophia Schäfer im September 2005. Das Bild, das sich ihr bietet, ist überall gleich. Die Brunnen, an denen sich die Kinder waschen, sind verschmutzt und stinken, rings herum steht zentimeterhoch das Seifenwasser. Nach dem Bau der Brunnen ist es wichtig das Bewusstsein im Umgang mit den Brunnen zu ändern – war es doch bisher für die Mädchen normal, ihre Schulkleidung am Brunnenrand zu färben. Sie verstehen nicht, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen dem Zustand des Wassers und dem, wie sie damit umgehen.
Hier kommt das begleitende Hygienekonzept, das arche noVa e.V. im Rahmen des Brunnenprogramms entwickelt hat, zum Einsatz. Noch vor der Reinigung der Brunnen besuchen 3 - 5 so genannte „Hygienefrauen“ die Dorfgemeinschaften, klären über die anstehenden Reinigungsmaßnahmen auf und verteilen illustrierte Hygieneflyer zur Nutzung und Instandhaltung der Brunnen. Um die Brunnen von den Dorfbewohnern selbst instand halten zu können, werden Freiwillige aus den Gemeinden in der Wartung der Brunnen ausgebildet. Nach der Ausbildung erhalten sie einen Werkzeugkoffer mit Ersatzteilen, um sofort Einsatzbereit zu sein.
Die Unterstützung der Dresdner: Gymnasium spendet Spielplatz für Schule in Sri Lanka Kinderlachen und Gewimmel auf dem Schulhof der Thalankudah School, Sri Lanka. Im Februar 2006 ist er fertig gestellt worden – der „Dresdner“ Spielplatz für die Mädchen und Jungen der Grundschule im Dorf Vedarkudiyiruppu, das vom Tsunami 2004 zerstört wurde.Das Gymnasium Dresden-Plauen hatte nach dem Tsunami in allen Klassen Spenden gesammelt. Mit dem Erlös aus Kuchenbasaren und einer großen Altstoffsammlung kamen insgesamt 1.000 EURO zusammen. Eine Schaukel, Drehscheibe, Wippe und ein Karussell sorgen nun auf dem Schulgelände für ausgelassene Spielfreude. Da auch Unterrichtsmaterialien knapp sind, kauft das Gymnasium Dresden-Plauen von seiner Spende auch Hefte und Schreibutensilien.
Hilfe zur Selbsthilfe: Geflügel und Ziegen auf Kredit
Mikrofinanzierung ermöglicht Frauen den Schritt in die wirtschaftliche Unabhängigkeit. Ein weiterer Schwerpunkt von arche noVa e.V. im Tsunamigebiet sind Programme für eine der am schwersten durch Katastrophen betroffene Bevölkerungsgruppen: Alleinstehende Frauen mit Kindern. Wie bereits nach der Erdbebenkatastrophe im iranischen Bam erfolgreich erprobt, führt arche noVa e.V. zusammen lokalen Partner POPE (People Organization of Progress Evolution) ein Mikrofinanzierungsmodell durch. Im Vorfeld des Projektes wird eine Marktstudie durchgeführt – schließlich gilt es auch hier, den Frauen nachhaltig eine Existenz zu ermöglichen. Gemüseanbau, Hühnerhaltung, Milchverarbeitung und Schneiderei sind einige der Geschäftsfelder, in denen eine Vielzahl der Frauen tätig ist. Mit den ersten 100 Frauen werden anschließend in Workshops gemeinsam Businesspläne, Kredithöhe und monatlichen Rücklaufraten ausgearbeitet. Sie werden aber auch über die Idee einer Community Based Organisation, der Möglichkeit, sich zusammenzuschließen und sich langfristig ein selbst verwaltetes Spar- und Kreditmodell aufzubauen, informiert. Nach 8 Monaten haben die Frauen schon so viel ihrer Kredite zurückgezahlt, dass bereits die nächsten 40 Frauen aus den Rückzahlraten einen Kredit erhalten können und später kommen noch mal 30 Frauen dazu. Das Konzept geht also auf. Die Frauengruppen werden langfristig von dem lokalen Partner POPE weiter betreut.
|
| Projektziel |
Brunnenbau, Brunnenreinigung und Hygieneschulungen in von den Tsunami betroffene Regionen |
| Zielgruppe |
25.000 Menschen ohne ausreichende Wasserversorgung Mikrokredite: 170 Frauen |
| Aktivitäten |
- Reinigung von > 3.000 Brunnen - Bau von 4.000 Brunnen - Durchführung von Hygieneschulungen - Ausbildung von Brunnenverantwortlichen - Vergabe von Mikrokrediten |
| Zeitraum |
12/2004 – 06/2007 |
| Budget |
ca. 1.200.000 EURO |
| Förderer |
Aktion Deutschland Hilft, Auswärtiges Amt, Dresden hilft |
|
|